Waschmaschine reinigen: Trommel, Dichtung und Waschmittelfach Schritt für Schritt

Waschmaschine reinigen: Trommel, Dichtung und Waschmittelfach Schritt für Schritt

Geöffnete Frontlader-Waschmaschine mit sichtbarer Gummidichtung, Metalltrommel und herausgezogenem Waschmittelfach, das Verschmutzungen und Rückstände zeigt.
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Eine Waschmaschine reinigt täglich Kleidung – aber wer reinigt eigentlich die Waschmaschine selbst? Kalkablagerungen, Schimmelspuren an der Türdichtung und Rückstände im Waschmittelfach sind keine Seltenheit. Sie entstehen schleichend und können mit der Zeit zu schlechtem Geruch, weniger Waschleistung und im schlimmsten Fall zu technischen Problemen führen.

Mit einer regelmäßigen Reinigung lässt sich das zuverlässig verhindern. Diese Schritt-für-Schritt-Checkliste zeigt, wie Sie Trommel, Dichtung und Waschmittelfach gründlich sauber bekommen – mit einfachen Mitteln, die meist schon zu Hause vorhanden sind.

Warum die Waschmaschine regelmäßig gereinigt werden sollte

Viele Menschen gehen davon aus, dass eine Maschine, durch die regelmäßig heißes Wasser und Reinigungsmittel fließen, sich quasi selbst reinigt. Leider stimmt das nicht. Waschmittelreste, Kalkablagerungen, Fusseln und Feuchtigkeit bilden gemeinsam eine ideale Grundlage für Bakterien und Schimmel.

Typische Warnsignale, dass eine Reinigung überfällig ist:

  • Die frisch gewaschene Wäsche riecht muffig oder unangenehm
  • An der Türdichtung sind dunkle Flecken oder Schimmel sichtbar
  • Im Waschmittelfach haben sich Ablagerungen oder Schimmelränder gebildet
  • Die Waschmaschine riecht nach dem Waschen selbst nach Mief
  • Kalkränder sind in der Trommel sichtbar

Als Faustregel gilt: Das Waschmittelfach und die Dichtung sollten etwa einmal pro Monat gereinigt werden, die Trommel inklusive Heißwaschgang alle vier bis sechs Wochen.

Was Sie für die Reinigung brauchen

Für eine gründliche Reinigung sind keine teuren Spezialprodukte notwendig. Folgende Mittel reichen in den meisten Fällen aus:

  • Weißer Haushaltsessig oder Zitronensäure (als Pulver oder in Lösung)
  • Natron oder Backpulver
  • Waschmaschinenpfleger aus dem Handel (optional, aber praktisch)
  • Ein alter Zahnbürste oder eine kleine Bürste
  • Mikrofasertücher oder alte Lappen
  • Spülmittel
  • Warmes Wasser

Hinweis zu Essig: Einige Hersteller raten davon ab, Essig direkt in die Maschine zu geben, da er Dichtungen auf Dauer angreifen kann. Für die manuelle Reinigung von Dichtung und Fach ist er jedoch gut geeignet. Im Zweifelsfall lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Schritt 1: Das Waschmittelfach reinigen

Das Waschmittelfach ist eine der am häufigsten vernachlässigten Stellen. Waschmittel- und Weichspülerreste trocknen ein, bilden Krusten und begünstigen Schimmel.

  • Ziehen Sie das Waschmittelfach vollständig heraus – bei den meisten Modellen lässt es sich durch Drücken einer kleinen Lasche entnehmen.
  • Spülen Sie das Fach unter warmem Wasser ab und lösen Sie Rückstände mit einem alten Zahnbürste und etwas Spülmittel.
  • Hartnäckige Ablagerungen weichen in einer Schüssel mit warmem Wasser und einem Schuss Essig auf – nach etwa 15 bis 20 Minuten lassen sie sich leicht abschrubben.
  • Reinigen Sie auch den Schacht im Gerät, also den Bereich, in den das Fach eingeschoben wird. Dort sammeln sich ebenfalls Rückstände und Schimmelspuren.
  • Alles gut abtrocknen und das Fach erst dann wieder einsetzen.

Schritt 2: Die Türdichtung reinigen

Die Gummidichtung rund um die Tür ist eine der kritischsten Stellen der gesamten Maschine. Feuchtigkeit staut sich hier besonders leicht, und Schimmel kann sich in den Falten der Dichtung unbemerkt ausbreiten.

  • Schlagen Sie die Dichtung vorsichtig zurück und schauen Sie in alle Falten und Rillen – dort verstecken sich Flusen, Haare, Kalkränder und häufig erste Schimmelspuren.
  • Entfernen Sie grobe Rückstände zunächst mit einem feuchten Tuch.
  • Wischen Sie die gesamte Dichtung anschließend mit einem Tuch aus, das mit einer Mischung aus Wasser und etwas Essig oder einem milden Reinigungsmittel befeuchtet ist.
  • Bei Schimmelflecken hilft ein mit Essig getränktes Tuch, das einige Minuten auf der betroffenen Stelle aufgelegt wird, bevor Sie es abwischen.
  • Bei starkem Schimmelbefall können spezielle Schimmelentferner für Gummidichtungen verwendet werden – die Oberfläche anschließend gut abwischen und trocknen.
  • Trocknen Sie die Dichtung am Ende sorgfältig mit einem trockenen Tuch ab.

Nach jedem Waschgang lohnt es sich, die Dichtung kurz abzuwischen und die Tür einen Spalt offen zu lassen – so trocknet die Maschine schneller und Schimmel hat weniger Chancen.

Schritt 3: Die Trommel reinigen

Auch die Edelstahltrommel selbst braucht von Zeit zu Zeit eine gründliche Reinigung. Kalk, Seifenreste und Biofilm können sich hier festsetzen.

  • Geben Sie eine Tasse Zitronensäurepulver (ca. 60 bis 100 g) oder alternativ zwei Tassen weißen Haushaltsessig direkt in die Trommel oder ins Waschmittelfach.
  • Stellen Sie einen Kochwäsche-Programm oder einen Pflegespülgang bei 60 bis 90 Grad ein – die Hitze löst Kalk, Seifenreste und abgetötete Keime effektiv.
  • Legen Sie nichts in die Trommel – der Reinigungsgang läuft mit leerer Maschine.
  • Nach dem Programmende die Trommel mit einem sauberen Tuch auswischen und die Tür offen lassen, damit die Maschine auslüften kann.

Alternativ sind fertige Waschmaschinenpfleger-Tabs aus dem Handel eine bequeme Option. Sie wirken gegen Kalk, Gerüche und Ablagerungen und sind oft gut auf die Anforderungen moderner Maschinen abgestimmt.

Schritt 4: Den Flusensieb und den Pumpenfilter nicht vergessen

Der Pumpenfilter, auch Flusensieb genannt, wird häufig übersehen – dabei sammeln sich dort Münzen, Flusen, Haare und andere Fremdkörper. Ein verstopfter Filter kann zu schlechten Schleuderleistungen oder sogar zu Fehlermeldungen führen.

  • Stellen Sie eine flache Schale oder ein Handtuch unter die Wartungsklappe, bevor Sie den Filter öffnen – es tritt Restwasser aus.
  • Öffnen Sie die Wartungsklappe an der Frontseite unten und schrauben Sie den Filterstopfen langsam heraus.
  • Entfernen Sie alle Rückstände, spülen Sie den Filter unter fließendem Wasser ab und setzen Sie ihn wieder fest ein.
  • Kontrollieren Sie dabei auch den Bereich, in den der Filter eingeschraubt wird.

Der Pumpenfilter sollte je nach Nutzung alle zwei bis drei Monate überprüft und gereinigt werden.

Schritt 5: Das Außengehäuse abwischen

Abschließend verdient auch das Äußere der Maschine etwas Aufmerksamkeit. Staub, Waschmittelspritzer und Fingerabdrücke auf dem Gehäuse lassen sich mit einem feuchten Mikrofasertuch leicht entfernen. Das Bedienpanel vorsichtig und nur leicht feucht abwischen, damit keine Feuchtigkeit in die Elektronik gelangt.

Checkliste auf einen Blick

  • Monatlich: Waschmittelfach herausnehmen und reinigen
  • Monatlich: Türdichtung abwischen, Falten kontrollieren und trocknen
  • Alle 4 bis 6 Wochen: Trommelreinigung mit Heißwaschgang und Zitronensäure oder Maschinenreiniger
  • Alle 2 bis 3 Monate: Pumpenfilter kontrollieren und reinigen
  • Nach jedem Waschgang: Tür einen Spalt geöffnet lassen und Dichtung kurz abwischen
  • Bei Bedarf: Außengehäuse abwischen

Häufige Fehler bei der Maschinenpflege

Ein paar gut gemeinte Gewohnheiten können die Maschine auf Dauer mehr schaden als nutzen:

  • Zu viel Waschmittel verwenden: Überschüssiges Mittel wird nicht vollständig ausgespült und setzt sich als Film in der Maschine ab. Die empfohlene Dosierung einhalten.
  • Tür nach dem Waschen schließen: Feuchtigkeit staut sich, Schimmel entsteht schneller. Tür immer leicht offen lassen.
  • Nur mit niedrigen Temperaturen waschen: Ständige Kaltwäsche hält Keime und Biofilm am Leben. Gelegentliche Kochwäschegänge (leer oder mit hitzebeständiger Bettwäsche) helfen dabei, die Maschine hygienisch zu halten.
  • Nasse Wäsche in der Trommel lassen: Selbst kurze Zeit reicht aus, damit sich Gerüche und Bakterien in der feuchten Trommel ausbreiten.

Fazit

Eine regelmäßig gepflegte Waschmaschine wäscht nicht nur effizienter, sondern hält auch deutlich länger. Die meisten Reinigungsschritte sind schnell erledigt und brauchen keine teuren Spezialprodukte. Wer die kleinen Maßnahmen in seinen Alltag integriert – Tür offen lassen, Dichtung gelegentlich abwischen, alle paar Wochen einen Reinigungsgang laufen lassen – erspart sich auf lange Sicht teure Reparaturen und unangenehme Überraschungen.

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